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Israel 40 Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg

Faktenblatt (Original von Dr. Mitchell Bard)

Zur Erinnerung an den Sechs-Tage-Krieg


 

Am 5. Juni 2007 jährt sich der Sechs-Tage-Krieg zum 40. Mal. Zeit darüber nachzudenken, was in jenen entscheidenden Tagen im Jahr 1967 geschah und welche Konsequenzen des Kriegs uns heute noch beschäftigen. Die folgenden Punkte sind unverzichtbar für das Verstehen des Kriegs und seiner Auswirkungen.

 

Warum sprechen wir heute über die West Bank und die “Palästinenserfrage”? Wie ist Israel in die Situation geraten als “Besatzungsmacht” verunglimpft und beschuldigt zu werden, kein “Land für Frieden” aushandeln zu wollen?

 

Vor Juni 1967 „besetzte“ Israel kein arabisches Land und versuchte nicht, das Territorium zu vergrössern. Die Israelis sprachen nicht über die Bevölkerung von Judäa und Samaria oder den Aufbau eines “Grösseren Israel.” Ähnlich riefen auch die Palästinenser nicht nach der Errichtung eines Palästinenserstaats in der West Bank, die damals von Jordanien kontrolliert wurde, oder im Gaza-Streifen , der von Ägypten aus regiert wurde.

 

Seit der Unabhängigkeitserklärung im Mai 1948 haben die Israelis immer davon geträumt, mit ihren Nachbarn in Frieden zu leben und immer wieder ihren Wunsch ausgedrückt, mit den Arabern zu verhandeln, um die Differenzen auszuräumen. In einer Eingabe an die UNO Generalversammlung am 10. Oktober 1960 forderte Aussenministerin Golda Meir die arabischen Anführer dazu auf, sich mit Premierminister David Ben-Gurion zu treffen, um ein Friedensabkommen auszuhandeln. Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser antwortete am 15. Oktober und behauptete, Israel würde versuchen, die Welt zu täuschen; ausserdem wiederholte er, dass sein Land den jüdischen Staat niemals anerkennen würde.

 

In der Zwischenzeit benutzte Syrien die Golanhöhen, die sich in 3,000 Fuss über Galiläa erheben, um israelische Farmen und Dörfer zu beschiessen. Syriens Angriffe wurden 1965 und 1966 immer häufiger, während Nassers Rhetorik immer kriegerischer wurde: “Wir werden Palästina nicht auf sandbedecktem Boden betreten,” sagte er am 8. März 1965. “Wir werden es aud blutdurchtränktem Boden betreten.”

 

Während Nasser weiterhin Reden hielt, in denen er Krieg androhte, wurden die arabischen Terroranschläge immer häufiger. 1965 wurden 35 Anschläge auf Israel ausgeführt. 1966 stieg die Zahl auf 41. In den ersten vier Monaten des Jahrs 1967 zielten 37 Anschläge auf Israel.

 

In der Zwischenzeit provozierten die syrischen Angriffe auf israelische Kibbutzim von den Golanhöhen aus einen Vergeltungsschlag am 7. April 1967, während dem israelische Flugzeuge sechs syrische MiGs abschossen. Kurz danach übergab die Sowjetunion — die sowohl Syrien als auch Ägypten mit militärischer und wirtschaftlicher Hilfe versorgt hatte — Damaskus Informationen, in denen behauptet wurde, Israel würde für eine militärische Grossoffensive aufrüsten. Trotz israelischen Dementis beschloss Syrien, einen Verteidigungspakt mit Ägypten zu schliessen.

 

Am 15. May, dem israelischen Unabhängigkeitstag, begannen ägyptische Truppen in den Sinai einzumarschieren und sich an der der israelischen Grenze zu sammeln. Bis zum 18. waren syrische Truppen entlang der Golanhöhen stationiert und bereit zum Kampf.

 

Nasser befahl der UNEF (bewaffnete Einsatztruppe der Vereinten Nationen), die seit 1956 im Sinai stationiert war, am 16. Mai sich zurückzuziehen. Generalsekretär U Thant gehorchte der Aufforderung ohne, wie sein Vorgänger versprochen hatte, die Angelegenheit der Generalversammlung vorzulegen. Nach dem Rückzug der UNEF, erklären die arabischen Wortführer (am 18. Mai 1967):

 

Heute ist keine internationale Notfalltruppe (UNEF) mehr da, um Israel zu beschützen. Wir wollen nicht länger Geduld üben. Wir wollen uns nicht länger bei der UNO über Israel beklagen. Die einzige Methode, die wir gegen Israel einsetzen wollen, ist totaler Krieg, der mit der Auslöschung der zionistischen Existenz enden wird.

 

Der syrische Verteidigungsminister Hafez Assad liess am 20. Mai ein enthusiastisches Echo hören:

 

Unsere Streitkräfte sind jetzt vollständig einsatzbereit, nicht nur um den Angriff abzuwehren, sondern auch, um den eigentlichen Befreiungsakt zu beginnen und die zionistische Anwesenheit in der arabischen Heimat zu zertrümmern. Die syrische Armee ist vereinigt und hat den Finger am Abzug, ... Ich, als Mann des Militärs, glaube es wäre an der Zeit, in die Vernichtungsschlacht einzusteigen.

 

Am 22. Mai schloss Ägypten die Strasse von Tiran für den ganzen israelischen Schiffsverkehr und für alle Schiffe nach Eilat. Diese Blockade schnitt Israels einzige Versorgungsroute zu Asien ab und unterband den Ölfluss des Hauptlieferanten Iran. Am nächsten Tag, verurteilte Präsident Johnson die Blockade und versuchte, einen internationalen Verband kleiner Kriegsschiffe zu organisieren, um sie auf die Probe zu stellen.

 

Nasser war sich über den Druck vollkommen im Klaren, den er ausübte, um Israels Hand zu zwingen. Am Tag nachdem die Blockade aufgebaut war sagte er trotzig: “Die Juden drohen mit Krieg. Ich antworte: Willkommen! Wir sind bereit für den Krieg.”

 

Nasser forderte Israel fast täglich zum Kampf heraus. “Unser Hauptziel wird die Vernichtung von Israel sein. Das arabische Volk will kämpfen,” sagte er am 27. Mai. Am nächsten Tag fügte er hinzu: “Wir werden keine ... Koexistenz mit Israel ... akzeptieren. Heute geht es nicht um den Aufbau von Frieden zwischen den arabischen Staaten und Israel ... Der Krieg mit Israel ist im Gange seit 1948.”

 

König Hussein von Jordanien unterzeichnete ein Verteidigungsabkommen mit Ägypten am 30. Mai. Nasser kündigte anschliessend an:

 

Die Armeen von Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon halten sich bei den Grenzen Israels auf ... um der Herausforderung zu begegnen, während hinter uns die Armeen Iraks, Algeriens, Kuwaits, Sudans und die gesamte arabische Nation stehen. Diese Tat wird die Welt verblüffen. Heute werden sie erkennen, dass die Araber bereit sind für die Schlacht; die Stunde der Entscheidung ist gekommen. Wir haben das Stadium ernsthafter Aktionen erreicht und nicht von Deklarationen.

 

Der irakische Präsident Abdur Rahman Aref stieg in den Krieg ein mit den Worten: “Die Existenz Israels ist ein Fehler, der berichtigt werden muss. Das ist unsere Gelegenheit die Schande wegzuwischen, die auf uns seit 1948 liegt. Unser Ziel ist klar — Israel von der Karte wegzufegen.” Am 4. Juni trat der Irak der militärischen Allianz mit Ägypten, Jordanien und Syrien bei.

 

Die arabische Rhetorik war koordiniert mit der Mobilmachung der arabischen Streitkräfte. Beinahe 250,000 Truppen (fast die Hälfte im Sinai), mehr als 2,000 Panzer und 700 Flugzeuge umzingelten Israel.

 

Zu diesem Zeitpunkt waren die israelischen Streitkräfte seit drei Wochen in Alarmbereitschaft. Das Land konnte weder endlos in vollem Mobilmachungszustand bleiben, noch konnte es erlauben, dass sein Schifffahrtsweg durch den Golf von Aqaba unterbrochen wurde. Israels beste Option war, zuerst zuzuschlagen. Am 5. Juni erging der Befehl, Ägypten anzugreifen. Jordanien griff daraufhin die israelischen Städte Jerusalem und Netanya an und ignorierten dabei eine persönliche Botschaft des israelischen Premierministers Eshkol an König Hussein, sich von Feindseligkeiten zurückzuhalten.

 

Die Sowjetunion versorgte die Araber mit Unmengen von Waffen. Gleichzeitig stellten die Armeen des Irak, Saudi-Arabiens, Kuwaits und Algeriens Truppen und Waffen an die ägyptischen, syrischen und jordanischen Fronten. Israels damaliger wichtigster Waffen-Versorgungspartner Frankreich auferlegte ein Embargo für Waffenlieferungen. Die Vereinigten Staaten, die gewarnt hatten, dass Israel im Fall eines Kampfes auf sich allein gestellt wäre, beendeten ebenfalls alle Waffenlieferungen in die Region.

 

Nach nur sechs Kampftagen brachen die israelischen Streitkräfte durch die feindlichen Linien und waren in der Lage, in Kairo, Damaskus und Amman einzumarschieren. Ein Waffenstillstand wurde am 10. Juni ausgerufen. Die Geschwindigkeit mit der Israel die Streitmacht der gesamten arabischen Welt zerschlug schockierte die Welt und demütigte die Araber. Die psychologischen Auswirkungen waren bedeutend und anhaltend. Die Israelis gingen aus dem Krieg mit einem falschen Sicherheitsgefühl hervor und einer eigenen militärischen Gewagtheit, die sie im Jahr 1973 wieder heimsuchte. Die Scham, welche die Araber fühlten, zwang ihre Anführer dazu, sich für die Chance vorzubereiten, Rache auszuüben, um so ihre Ehre wiederherzustellen.

 

Israels Sieg hatte einen hohen Preis. Beim Sturm auf die Golanhöhen kamen 115 israelische Soldaten ums Leben — ungefähr die Zahl der getöteten Amerikaner während der Operation Wüstensturm. Alles in allem verlor Israel doppelt so viele Leute — 777 Tote und 2,586 verletzte — im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung soviele wie die USA in acht Jahren Kämpfen in Vietnam verloren haben. Hätte Israel auf den Erstschlag der Araber gewartet, wie 1973, wären die Verluste noch viel höher und der Sieg ungewiss gewesen.

 

Nach der Einwilligung in den Waffenstillstand drückte die israelische Regierung sofort den Wunsch aus, ein Friedensabkommen mit den Nachbarstaaten auszuhandeln. Die arabischen Anführer trafen sich in Khartoum und übergaben ihre Antwort, in der sie erklärten, es würde “keinen Frieden, keine Anerkennung und keine Verhandlungen mit Israel” geben.

 

Im Zug der Selbstverteidigung gegen die jordanischen Streitkräfte, vereinigten die israelischen Truppen Jerusalem wieder und nahmen die West Bank ein. Israel gewann auch die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai Halbinsel und die Golanhöhen. Im Ganzen wuchs Israels Territorium um das Dreifache und nahm über eine dreiviertel Million Palästinenser in sich auf — die meisten von ihnen feindlich eingestellt gegenüber der Regierung. Schliesslich erhielten über 60,000 Palästinenser von den etwa 325,000, die während den Kämpfen geflohen sind (jordanische Bürger, die vom einen Teil dessen, was sie für ihr Land hielten in einen anderen flohen, um nicht ins Kreuzfeuer zu geraten) die Erlaubnis zurückzukehren.

Der Krieg hatte auch eine religiöse Bedeutung. Unter jordanischer Herrschaft war es Juden und vielen Christen verboten, die Altstadt Jerusalems zu betreten, darunter die Stätte der Klagemauer, der heiligste Ort des Judentums und viele christliche Schreine. Nach der Eroberung der Stadt entdeckte Israel, dass die Jordanier viele heilige Orte entweiht hatten, darunter Synagogen und Friedhöfe. Nach der Einigung Jerusalems erhielt jede religiöse Gruppierung das Recht, die eigenen heiligen Stätten zu verwalten und die Stadt wurde allen Leuten aller Glaubensrichtungen zugänglich gemacht.

 

Die Unwilligkeit aller arabischen Staaten, Frieden zu schliessen, liessen Israel keine andere Möglichkeit, als an den eroberten Gebieten festzuhalten, bis sich die Araber bereit erklärten, ein Abkommen auszuhandeln. In der Zwischenzeit unternahm die Regierung jede Anstrengung, die Besatzung so angenehm wie möglich zu machen, obwohl man erkannte, dass man aus Gründen der nationalen Sicherheit einige Rechte der Palästinenser einschränken musste.

 

Am 22. November 1967 legte die internationale Gemeinschaft die Grundlage für zukünftige Friedensverhandlungen. Der UNO Sicherheitsrat übernahm die Resolution 242, welche den israelischen Rückzug “von den (1967) besetzten Gebieten” verlangten im Gegenzug für “die Beendigung aller Ansprüche oder Feinseligkeiten.” Die Urheber der Resolution 242 erkannten, dass territoriale Anpassungen nötig waren, weil die früheren Waffenruhen sich als unhaltbar erwiesen. Vor dem Krieg war Israel an der engsten Stelle nur 9 Meilen breit. Deswegen liessen die Gestalter der Resolution absichtlich die Frage offen wie viel Territorium Israel im Austausch für Frieden zurückerstatten sollte. Durch das Auslassen von Begriffen wie “alle” oder “die” bei der Erwähnung der umstrittenen Gebiete, anerkannten sie die Notwendigkeit, die endgültigen Grenzen anzupassen, die Israel und den anderen Staaten der Region erlauben würden, “in Frieden zu leben, innerhalb von sicheren und anerkannten Grenzen, frei von Bedrohungen oder Gewaltakten.”

 

Jeder arabische Anführer, der daraufhin bereit war, Frieden zu schliessen, hat sowohl Land von als auch Frieden mit Israel bekommen. Als der ägyptische Präsident Anwar Sadat den Mut und die Voraussicht bewies, Israel anzuerkennen, antworteten die Anführer Israels mit einer Friedensschliessung und dem Rückzug aus der grossen Sinai-Wüste, die ein wertvoller strategischer Puffer gewesen war. Israel gab auch Militärbasen und Ölfelder auf und evakuierte jüdische Gemeinden.

 

Israel bot den Palästinensern ausserdem Autonomie an, also weniger als die vollständige Unabhängigkeit, die sie verlangten, aber dennoch ein Schritt, der wahrscheinlich zu diesem Status geführt hätte. Die Palästinenser wiesen das Angebot zurück und fuhren fort, eine auf Terror basierende Strategie zu verfolgen.

 

Viele Israelis hofften, dass eine Einigung dahingehend erzielt werden könnte, die Kontrolle über den grössten Teil der West Bank an Jordanien zurückzugeben, aber König Hussein war zu schwach, einen Deal auszuhandeln und sah sich einer verbreiteten Opposition in der arabischen Welt gegenüber, welche seine 19jährige Besetzung des Gebiets nie gutgeheissen hatte. Als die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) zur “einzig legitimen Vertretung der Palästinenser” wurde, wurden die Verhandlungen über das Schicksal der West Bank und Gazas (welches Ägypten als Teil des Staatsvertrags mit Israel nicht zurück haben wollte) von der Beziehung zwischen Israel und Jordanien losgelöst. Es dauerte noch einmal 15 Jahre nachdem Ägypten mit Israel Frieden geschlossen hatte, bevor König Hussein bereit war, ein Abkommen auszuhandeln. Israel antwortete erneut mit Zugeständnissen.

 

1993 gelang Israel ein scheinbarer Durchbruch mit den Palästinensern und war im Austausch für Frieden dazu bereit, sich aus den meisten umstrittenen Gebieten zurückzuziehen und den Palästinensern zu erlauben, einen eigenen Staat zu gründen. Das Oslo-Abkommen brach jedoch zusammen als die Palästinenser ihre Verpflichtungen nicht einhalten konnten, die Terroranschläge zu beenden. Trotzdem zog sich Israel aus dem grössten Teil des Gazasteifens und fast aus der halben West Bank zurück.

 

Der israelische Permierminister Ehud Barak unternahm einen erneuten Anlauf, Land für Frieden zu tauschen, als er sich 2000 mit Präsident Bill Clinton und dem PLO Vorsitzenden Yasser Arafat traf. Barak war bereit, ganz Gaza und 97% der West Bank aufzugeben, die meisten Siedlungen abzubauen, und den Palästinensern zu erlauben, einen Staat zu gründen mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Aber Arafat lehnte ab.

 

Israel bot den Palästinensern noch eine andere Gelegenheit, ihr Interesse an Frieden zu beweisen, als man 2005 den gesamten Gazastreifen evakuierte. Nichts hat die Palästinenser daran gehindert, alle Insignien eines Staates in Gaza aufzubauen. Hätten sie entsprechend gehandelt und ihr Interesse an deiner friedlichen Koexistenz mit Israel gezeigt, indem sie die Gewalt unterbunden hätten, wären die Israelis zweifellos daran interessiert gewesen, einen Kompromiss bezüglich der West Bank auszuhandeln. Stattdessen verursachten Chaos und weitere Anschläge auf Israel die meisten Israelis dazu, die Loslösung zu bedauern und sich gegen zukünftige Konzessionsforderungen solange zu wehren, bis eine neue Palästinenserführung hervortritt, die sich für Frieden interessiert.

 

In der Zwischenzeit hat Israel den Umriss eines Abkommens mit den Syrern ausgehandelt, gemäss dem die meisten, wenn nicht sogar alle Golanhöhen zurückgegeben würden. Wieder einmal ist ein Hindernis für die Einigung, dass Israel Land anbietet während Syrien nicht bereit ist, im Austausch dafür Frieden zu gewähren.

 

Israel hat etwa 94% der im 1967er Verteidigungskrieg eroberten Gebiete zurückgegeben. Der heutige Streit dreht sich um nur 6% dieses Gebiets und Israel hat schon die Bereitschaft zugesichert, das meiste davon aufzugeben.

 

Nach dem gewonnenen Sechs-Tage-Krieg hofften die Israelis, ihre Nachbarn überzeugt zu haben, Israel sei eine konstante Grösse im Nahen Osten. Jetzt, 40 Jahre und 5 Kriege später, zweifeln viele Israelis daran, jemals in der Region akzeptiert zu werden, zumal der radikale Islam stärker wird und seine Anhänger explizit zur Zerstörung Israels aufrufen und sich anstrengen, Massenvernichtungswaffen in die Hände zu bekommen.

 

Obwohl das Volk von Israel in den letzten vier Jahrzenten keinen einzigen Friedenstag geniessen konnte, hofft es weiterhin auf “Peace Now” (Frieden jetzt) und freut sich auf den Tag, an dem die Palästinenser und andere arabische Anführer den Mut und die Voraussicht von Anwar Sadat und König Hussein zeigen und die Worte des Propheten Jesaja beherzigen: “Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden, und ihre Speere zu Winzermessern; kein Volk soll gegen das andere mehr das Schwer erheben, und sie sollen den Krieg nicht mehr lernen.”

 

Weitere Fact Sheets von Mitchell Bard (englisch)

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Schweizer Zeitungen über den 6-Tage-Krieg im Rückblick nach 40 Jahren

Artikel aus der Neuen Luzerner Zeitung vom 2. Juni 2007:

Sechs-Tage-Krieg

«Mit einem Mal vor der Klagemauer»

 

Express

  • Im Sechs-Tage-Krieg schlug Israel die Araber vernichtend.
  • Soldaten nahmen Jerusalem, Gaza und den Golan ein.
  • Der Feldzug prägt den Nahost-Konflikt noch heute.

 

Vor 40 Jahren half Izack Ifat als israelischer Fallschirmspringer, Ost-Jerusalem zu erobern. Heute zweifelt er manchmal, ob der Krieg richtig war.

Von Sybille Oetliker, Rishon LeZion

 

Das Bild ging um die Welt: Junge israelische Fallschirmspringer stehen ehrfürchtig vor der Klagemauer. Das war am 7. Juni 1967. Kurz zuvor hatte die israelische Armee die jordanische geschlagen und aus Ost-Jerusalem vertrieben. Seither wird in Israel Jahr für Jahr am Jerusalem-Tag im Mai die Wiedervereinigung der Stadt gefeiert.

Einer der Soldaten war Izack Ifat, 22 Jahre alt, als er die Klagemauer zum ersten Mal erblickte. Er sei nie ein religiöser Mensch gewesen, sagt er 40 Jahre danach in seiner Gynäkologiepraxis bei Tel Aviv. Doch der Anblick der Mauer habe ihn tief beeindruckt, «und ich war stolz», erinnert er sich. «Die Steine der Mauer erzählen unsere Geschichte, sie sind unsere Kultur.»

Soldaten verstanden Lage nicht

Eigentlich war der Fallschirmspringer im Frühsommer 1967 für einen Einsatz in El Arisch im Sinai einberufen worden. «Wir waren schon unterwegs», erzählt Ifat, «als es plötzlich hiess, wir würden nicht nach Ägypten, sondern nach Jerusalem fahren, um dort gegen die jordanische Artillerie zu kämpfen.»

Die Soldaten verstanden nicht, was geschehen war. Sie hatten geglaubt, die israelische Regierung habe mit dem jordanischen König Hussein vereinbart, die Länder würden sich nicht angreifen, und wussten nicht, was sie plötzlich in Jerusalem sollten.

Es war morgens um zwei am 6. Juni 1967, als die Soldaten in Jerusalem ankamen, und bald standen sie am Ammunition Hill, nördlich der Altstadt, jordanischen Soldaten gegenüber. In wenigen Stunden waren diese besiegt. Die Schlacht war blutig. Ifat sah seine besten Freunde sterben, fast die Hälfte seiner Truppe verlor das Leben. «Es war ein hässlicher Krieg. Kein moderner, sauberer Krieg, bei dem die Kommandeure aus sicherer Distanz Bomben zünden. Nein, ein Krieg von Angesicht zu Angesicht. Die Jordanier waren gute, von den Engländern ausgebildete Kämpfer.» Doch im Kampf, hat Ifat gelernt, «verlierst Du die Angst».

«Auf einmal vor der Klagemauer»

Am nächsten Tag zogen die Israelis Richtung Altstadt. Ifat sagt, dort seien sie kaum noch auf Widerstand gestossen; nur ein paar arabische Heckenschützen seien in den Gassen der Altstadt stationiert gewesen. «Mit einem Mal standen wir vor der Klagemauer.» Damals standen viele palästinensische Häuser davor. Heute liegt dort ein grosszügiger Platz.

Jerusalem, sagt Ifat, müsse die Hauptstadt Israels bleiben und dürfe nicht geteilt werden: «Schliesslich ist es unsere Stadt, wir waren vor den Muslimen da.» Christen und Muslime sollten aber freien Zugang zu den heiligen Stätten haben. Manchmal befallen den verwitweten Vater von drei Kindern dennoch Zweifel, wenn er an 1967 denkt. «Wir wurden zu Besatzern. Unsere damaligen Führer konnten wahrscheinlich die Konsequenzen ihrer Politik nicht ermessen.» Es habe sich gezeigt, dass die «Araber uns nicht bei ihnen wollen, und wir wollen sie nicht bei uns haben».

Und so sei Israel quasi gezwungen worden, eine Sperranlage zu bauen. «Sie ist überhaupt nicht schön, aber wir haben keine Wahl, sonst kommen die Terroristen und töten uns», sagt Ifat. Dabei könnte es anders sein. Er habe arabische Patientinnen und früher auch Palästinenserinnen behandelt. «Die einfachen Leute würden sich gut verstehen», ist Ifat überzeugt. Aber: «Auf beiden Seiten haben wir Politiker, die diesen Konflikt nicht lösen können.»
 
 
 

Artikel aus dem Tagesanzeiger vom 2. Juni 2007. Ein Bericht eines "guten Israeli", der so wunderbar ins Bild der europäischen Israelkritiker passt, dass es schon fast weht tut... Ein Kritiker aus den eigenen Reihen. So etwas präsentieren unsere Medien doch immer gern.

 

 

 

«Dieser Sieg kam einem Wunder gleich»
Vor 40 Jahren schlug Israel im 6-Tage-Krieg die arabischen Armeen und wurde Herr der besetzten Gebiete. Bis heute leidet die Region an den Folgen.

 


Mit
Avi Shlaim sprach Claudia Kühner in Oxford


Wo waren Sie am 5. Juni 1967?


Ich hatte in Israel gerade meinen obliga­torischen Militärdienst beendet und stu­dierte im 1. Semester Geschichte in Cam­bridge. Damals war ich noch der richtige Durchschnittsisraeli, sehr nationalistisch, die Araber waren die Feinde. Ich eilte also zur israelischen Botschaft in London, weil ich nach Hause wollte, um zu kämpfen. Aber dann war der Krieg schon beendet, und ich kam nicht mehr dazu.


Damals schon erschien es klar, dass keiner in Israel den Krieg wollte. Die allgemeine Begründung lautete, der ägyptische Präsi­dent Nasser habe ihn mit seiner erpresse­rischen Politik provoziert. Wie sieht das der Historiker von heute?


Die offizielle israelische Sicht ist, dass Israel Nasser in einer Verteidigungsstrate­gie zuvorkam. Doch heute sind sich prak­tisch alle Historiker einig, arabische, israe­lische oder andere, dass Nasser keinerlei Kriegspläne hatte. Ich würde sagen, Nas­ser verlor die Kontrolle.


Israel war damals nicht der kleine David, als den es sich darstellte. Das war aber den Normalbürgern nicht bewusst, es herrschte grosse Angst vor einem weite­ren Holocaust. Haben die Politiker die Men­schen bewusst im Unklaren gelassen?


Man muss unterscheiden zwischen Volk und Führung, ausserdem zwischen den Politikern und der militärischen Füh­rung. Die Menschen dachten wirklich, das Land stehe vor einer existenziellen Krise. Eine unverantwortliche arabische Rheto­rik förderte das noch. Die israelischen Po­litiker ihrerseits unter Führung des immer zaudernden Premiers Levi Eshkol waren unsicher über die realen Kräfteverhält­nisse und hatten Angst. Die Armeeführung aber wusste um die wahren Kräfteverhält­nisse, und dass Israel die Araber in zwei Tagen schlagen würde.


Damals schon und bis heute wird der Ein­fluss der Armee auf die Politik diskutiert, der sie ja eigentlich unterstünde.


Dieser Einfluss bestand immer schon. In einem gewissen Sinn war auch Aussenpolitik immer der Verteidigungspolitik un­tergeordnet. Der Winog­radbericht zum Libanon­krieg ist nur der jüngste Kommentar dazu. Es war schon so unter dem ers­ten Premierminister Da­vid Ben Gurion, der nun wirklich eine starke Führungspersönlich­keit war. Der damalige Generalstabschef Moshe Dayan suchte den Krieg und schuf die Voraussetzungen mit harten militäri­schen Vergeltungsschlägen nach arabi­schen Übergriffen.


Was war sein Motiv?


Nach dem Unabhängigkeitskrieg 1949 fanden sich die Araber mit der Existenz des Staates Israel nicht ab und sprachen von einer «zweiten Runde». Dayan sagte, das Timing würde aber Israel bestimmen. Ausserdem wollte er das Staatsgebiet aus­dehnen. Israel hätte die Westbank schon 1948 erobern können, Ben Gurion gab aber nicht den Befehl. Dayan wollte dies korri­gieren. Kurz vor Kriegsausbruch 1967 wurde Dayan Verteidigungsminister. Mit ihm war der Kriegsausbruch nur noch eine Frage der Zeit, sein Einfluss auf die Politik wurde sehr stark. Insgesamt stieg der Ein­fluss der Armee nach dem Sieg 1967 dra­matisch.


Die «glatte» Eroberung der dann besetzten Gebiete 1967 war so nicht geplant. Regie­rung und Armeespitze waren sich rasch be­wusst, dass sie sich auch ein Problem ein­gehandelt hatten.


Anders als die Araber dann behaupteten, habe ich nie einen Beleg gefunden, dass Is­rael wirklich die Eroberung neuen Territo­riums als Ziel hatte. Das Ziel war, die ägyp­tische Armee zu zerstören. Es war also ein Verteidigungs-, kein Eroberungskrieg.
Es dauerte nicht lange, bis sich eine erste Siedlerbewegung formierte und nun stetig an Einfluss gewann. Wie war das möglich?


Die Regierung fasste am 19. Juni den his­torischen Entschluss, Ägypten und Syrien einen Frieden anzubieten und sich auf die Grenze von 1949 bis 1967, die «Grüne Li­nie », zurückzuziehen. Ein Entscheid über die Westbank aber wurde vertagt, weil das Kabinett sich nicht einigen konnte. Die Westbank war also von Beginn an etwas anderes.
Und die ersten Siedler machten sich dorthin auf.


Es gab zweierlei Behauptungen: einmal jene des Aussenministers Abba Eban, der sagte, Israel habe angeboten, alle erober­ten Gebiete zu räumen, doch die arabische Seite habe dann mit den berühmten «Drei Nein von Khartum» reagiert: Nein zu Ver­handlungen, Nein zu Anerkennung, Nein zu Frieden. Ich habe Quellen gefunden, aus denen hervorgeht, dass es keine derar­tigen Angebote bezüglich der Westbank gegeben hat. Später, unter dem Einfluss der Siedlerbewegung, nahm das Kabinett auch das Angebot vom 19. Juni zurück. Das war die Chance der Siedler.
Weshalb wurden sie so mächtig?


Dieser Sieg war so spektakulär, dass er für Religiöse einem Wunder gleichkam. Für säkular Eingestellte war er ein histori­scher Moment. Es kam das Gefühl auf, der Messias sei gekommen, der die Realisie­rung des Traums vom biblischen Lande Israel ermöglichte.


Kam hier auch das alte zionistische Pionierden­ken wieder zum Vor­schein?


Das tat es. Dem histori­schen Sieg folgte eine his­torische Fragestellung: Was die territorialen Ziele des Zionismus eigentlich waren. Es gab nun zwei Antworten: entweder, die Gebiete zurückzugeben für Frieden, also Land für Frieden. Die andere lautete, die eroberten Gebiete gehörten zum Land Is­rael. So argumentierte auch Dayan. Die Bevölkerung war geteilt, aber nicht ent­lang der Parteilinien. So war die regie­rende Arbeitspartei unfähig, eine Richtli­nie vorzugeben.
So lautet also die Formel für eine mögliche Lösung seit 40 Jahren «Land für Frieden».


An seiner Ostgrenze, die die problema­tischste war, hatte Israel zwei Optionen, die jordanische und die palästinensische. Anders als andere Historiker bin ich der Auffassung, dass Israel unmittelbar nach dem Krieg die palästinensische Option vorzog. Es gab Verhandlungen mit West­banknotabeln über Autonomie an der Seite Israels.


Warum wurde nichts daraus?


Weil Israel die Westbank nicht wirklich aufgeben wollte. Es ist also nicht so, wie es die israelische Propaganda immer sagt, dass Israel Frieden angestrebt habe, es auf der anderen Seite aber keinen Gesprächs­partner gegeben habe. Später dann besan­nen sich die Israeli auf die jordanische Op­tion. Es folgten endlose Geheimverhand­lungen mit König Hussein. Von Anfang an offerierte Hussein vollen Frieden für die Rückgabe Westjordaniens inklusive Ostje­rusalems. Die israelische Antwort war nie ein klares «Nein», sondern immer unge­fähr so: «Wir haben da einige Ideen wie unseren Allon-Plan, wonach wir die Kon­trolle über die Jordansenke behalten und 70 Prozent der Westbank zurückgeben, aber wir behalten Ostjerusalem und hier noch ein Stück Land und dort noch eins.» Nie kam eine formale Offerte, immer nur eine «Idee», und «wenn Sie Ihnen gefällt, gehen wir damit zurück ins Kabinett». Dieses Spiel wurde immer gespielt.


Warum hat man dann weitergemacht?


Israel stand unter amerikanischem Druck, die Uno-Resolution 242 von 1967 zu erfüllen, die den Rückzug auf die alte
Grenze verlangte, also wieder «Land für Frieden». So konnte Israel einfach auf Verhandlungen mit König Hussein ver­weisen.


Die Geschichte seit 1967 ist gekennzeichnet von Durchbrüchen und Rückschlägen; vom Friedensabkommen von Camp David 1979 über Madrider Verhandlungen 1991 zu Oslo 1993 oder Camp David 2000. Gibt es dafür eine übergreifende Erklärung?


Würden Sie die Israeli nach einem Grund fragen, kämen die beiden Wörter «Arabische Intransigenz». Meine Ant­wort ist: «Israelische Intransigenz». Denn die einzige Basis für einen Frieden ist die Uno-Resolution 242. Als Israel dieses Prinzip 1979 akzeptierte und den Sinai zu­rückgab, funktionierte es auch. Der Frie­den hält bis heute. Würde es Frieden mit Syrien wollen, es könnte ihn morgen ha­ben, für den Preis des Golan. Israel hat immer die Strategie der «Eisernen Mauer» verfolgt, die besagt, den Arabern immer nur aus einer Position der absolu­ten militärischen Überlegenheit zu begeg­nen. Aber Phase zwei hiesse verhandeln aus dieser Position. Yitzhak Rabin wollte das mit dem Oslo-Abkommen, mit einer möglichen Zweistaatenlösung.


Wiederholte Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit in Israel das Prinzip Land für Frieden und die Schaffung eines Palästinen­serstaates befürworten würde. Aber sie produziert keine entsprechenden Wahler­gebnisse. Wie erklärt sich das?


Öffentliche Meinung übersetzt sich nicht in politische Entscheide. Seinerzeit unterstützten zwei Drittel das Abkommen von Oslo, mit den ersten Selbsmordatten­taten, die Mitte der Neunzigerjahre nach der Ermordung betender Muslime in der Moschee in Hebron einsetzten, schmolz diese Unterstützung. Heute wollen sie je­manden, der die Palästinenser bekämpft und nicht mit ihnen verhandelt. Olmert hat dann gezeigt, dass er im Kämpfen nicht gut ist, seine Autorität ist ruiniert, und Ne­tanyahu wird mit einer Hardliner-Wahl­plattform wohl wieder gewählt werden.


Der Oberbegriff, unter dem israelische Poli­tik steht, ist «Sicherheit». Mit ihr wird je­des Vorgehen gegen die palästinensische Seite und die Beibehaltung besetzter Ge­biete gerechtfertigt. Nun gibt es ja auch Stimmen, die umgekehrt argumentieren: dass ein palästinensischer Staat eher eine notwendige Voraussetzung für die ge­wünschte Sicherheit wäre.


Nach 1967 war Israels Sicherheit nie mehr von Grund auf bedroht. Die Siedlun­gen wurden aber auch mit Sicherheitser­wägungen gerechtfertigt, doch sie unter­graben sie im Gegenteil. Eine Vorausset­zung von Sicherheit wäre eine klar defi­nierte Grenze. Israel hat sie nicht mehr. Die zionistische Strategie war es, Fakten zu schaffen, weil es vor der Staatsgrün­dung keine klaren internationalen Gren­zen gab. Siedlungen untermauerten da­mals den Anspruch auf das Territorium. Aber ein unabhängiger, souveräner Staat baut keine Siedlungen jenseits seiner Grenze. Der so genannte Sicherheitswall wird offiziell damit begründet, Selbst­mordattentäter abzuhalten. Der wirkliche Grund ist Expansion.
Nun spielt hier auch die amerikanische Poli­tik eine grosse Rolle. Die USA haben nicht immer in dieser Form hinter Israel gestan­den wie die Administration Bush heute.


Was hat diesen Wandel begründet?


Auf sich allein gestellt, sind die Parteien ausser Stande, zu einer Übereinkunft zu kommen. Schon weil die Asymmetrie der Macht so gross ist. Nur die USA können Is­rael zu einem Abkommen bewegen. Es gab zwei «Schulen» im amerikanischen Den­ken. Die eine besagt «Israel zuerst», weil es der einzige verlässliche Alliierte in der Region sei. Das ist die Haltung von George W. Bush. Die andere besagt, dass das vi­talste amerikanische Interesse den ölpro­duzierenden Staaten gelte. Der stärkste Vertreter dieser Schule war Vater Bush, der auch ökonomischen Druck auf Israel aufsetzte. Die Erklärung liefert 9/11. Sha­ron war der Erste, der sich dem «Kampf gegen den Terror» anschloss und Bush be­deutete, «ich erledige hier im Hinterhof, was du global tust». Die palästinensische Führung war in dieser Sicht eine terroris­tische Organisation.


Was erwarten Sie sich von den Wahlen in den USA?


Das Problem ist ein strukturelles und nicht mehr an die Person gebunden. Heute ist der Einfluss der proisraelischen Lobby so gross, dass er Bush überleben wird.


Erwarten Sie sich etwas von Europa? Einst waren es norwegische Politologen und Di­plomaten, die den Oslo-Prozess anschoben.


Es ist eine Tragödie, dass die EU in der ganzen Nahostdiplomatie keine Rolle spielt. Seit 1967 haben die Amerikaner ein Monopol, aber eine Lösung haben sie nie erreicht. Gleichzeitig haben sie die ande­ren Player ausgeschlossen. Dabei wäre die EU eine zivile Macht, die beiden Seiten helfen könnte. Die EU hätte auch ökono­mische Macht. Israels Handelsbeziehun­gen zu den USA sind sehr viel schwächer als mit Europa.


Allerdings sind der EU aus historischen Gründen die Hände gebunden.


Niemand kann in der EU vorausgehen mit wirtschaftlichem Druck. Nicht Tony Blair, nicht sein Nachfolger, weil sie den USA viel zu nahe stehen, so wie Frank­reich den Arabern. Deutschland würde es nie tun wegen des Holocausts. Und die EU anerkennt die Hamas nicht und hält Gel­der zurück. Das ist deshalb so absonder­lich, weil ausgerechnet die beiden einzi­gen Demokratien in der arabischen Welt Palästina und Libanon sind. Die Hamas wurde demokratisch gewählt, also muss man sie anerkennen. Es würde sehr helfen, wenn die EU nicht die Besetzten, sondern die Besatzer sanktionieren würde.


«Es ist eine Tragödie, dass die EU in der Nahostdiplomatie keine Rolle spielt.»




Der Historiker Avi Shlaim ist Professor am St. Antony’s College in Oxford.
BILD PD

 

 

 


2 Kommentare 2.6.07 12:03, kommentieren

Synagogenbrand in Genf war Brandstifung

Nach neusten Erkenntnissen handelte es sich beim Synagogenbrand in Genf doch um Brandstiftung. Der Bundesrat hat bereits auf die neusten Erkenntnisse reagiert. Siehe unter:

 

http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/newsticker/757586.html

 

Erste TV-Berichte zu den neusten Erkenntnissen:

 

1. SF-TV Video

 

10 vor 10 Video vom 1. Juni

 

Tagesschau Mittagsausgabe vom 2. Juni

 

Tagesschau Hauptausgabe vom 2. Juni

 

1 Kommentar 2.6.07 22:35, kommentieren

Israel, die PLO und die Resolution 242

MYTHOS #267

 

"Die arabischen Staaten und die PLO akzeptierten die Resolution 242 während Israel sie abgelehnt hat."

 

FAKT

 

Die arabischen Staaten  sagten herkömmlicherweise sie hätten 242 akzeptiert, wie von ihnen definiert, das bedeutet soviel wie, von Israel den bedingungslosen Rückzug aus allen umstrittenen Gebieten zu verlangen.

 

In einer Aussage an die Generalversammlung am 15. Oktober 1968 lehnte die PLO die Resolution 242 ab und beharrte darauf, dass “die Durchsetzung der genannten Resolution wird zum Verlust jeder Hoffnung auf Aufbau von Frieden und Sicherheit in Palästina und in der Nahostregion führen.”

 

Im Gegensatz dazu drückte Botschafter Abba Eban Israels Position gegenüber dem Sicherheitsrat am 1. Mai 1 1968 folgendermassen aus: “Meine Regierung hat die Bereitschaft erklärt, die Resolution des Sicherheitsrats anzunehmen, um das Einverständnis zum Aufbau eines gerechten und dauerhaften Friedens zu fördern. Ich bin zudem autorisiert zu bekräftigen, dass wir gewillt sind, eine Einigung mit jedem arabischen Staat zu allen Belangen der Resolution zu finden.”

 

Es dauerte beinahe ein viertel Jahrhundert bis die PLO im September 2003 schliesslich mit der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung zustimmte, dass die Resolutionen 242 and 338 die Grundlage für Verhandlungen mit Israel sein sollten.

 

Diesen Artikel finden Sie in englisch unter : http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/myths2/WarofAttrition.html#g6

 

Quelle: Myths & Facts Online -- A Guide to the Arab-Israeli Conflict von Mitchell G. Bard.

4 Kommentare 13.6.07 21:51, kommentieren

Eskalation im Gazastreifen: «Sie ermorden ihre eigenen Landsleute»

Interview von Sybille Oetliker mit Aviv Shir-On*, Jerusalem aus der Neuen Luzerner Zeitung vom 16. Juni 2007
 
  • Im Gazastreifen ist es gestern weit gehend ruhig geblieben.
  • Israel wartet ab, wie sich der Machtkampf zwischen den Palästinensern entwickelt.

 

Die Entwicklungen im Gazastreifen seien Ausdruck des Extremismus in Nahost. Das sagt Aviv Shir-On*. Und das gehe auch den Westen an.

 

 

«Hamastan» grenze nun an Israel, sagte gestern ein israelischer Kommentator. Was bedeuten die Entwicklungen im Gazastreifen für Israel?



Aviv Shir-On: Wir verfolgen die Ereignisse mit Besorgnis. Sie beweisen einmal mehr, was wir immer behauptet haben: dass Hamas für Terror und Gewalt steht. Das zeigt allein die Tatsache, dass sie ihre eigenen Landsleute grausam ermorden.



Sind Sie überrascht?


Shir-On: Leider ist Extremismus im Nahen Osten nicht nur bei den Palästinensern in Gaza auf dem Vormarsch. Die internationale Gemeinschaft sollte das zur Kenntnis und ernst nehmen. Wir in Israel sind uns der Gefahr schon lange bewusst. Oft wurde sie im Ausland als israelische Propaganda abgetan. Aber jetzt sieht man einmal mehr, dass wir Recht haben.


Palästinenser sagen, Israel trage eine Mitschuld für die Geschehnisse, weil es aus Gaza ein grosses Gefängnis gemacht habe, in dem 1,4 Millionen Menschen eingesperrt sind.


Shir-On: Was heisst eingesperrt? Dort gibt es eine Grenze zu Israel, und niemand kann verlangen, dass die so offen sein muss wie die Schengen-Grenzen in Europa. Israel hat seine Siedlungen im Gazastreifen im August 2005 komplett geräumt, und noch immer werden wir beschuldigt.


Israel liefert Strom und Wasser nach Gaza. Sind diese Dienstleistungen auch in Zukunft garantiert?


Shir-On: Es ist nicht unser Ziel, Strom und Wasser für die palästinensische Bevölkerung abzustellen. Wir verfolgen die weiteren Entwicklungen aufmerksam, und was geschehen wird, hängt nicht nur von uns ab. Man kann nicht von Israel erwarten, dass es keine Folgen hat, wenn wir angegriffen werden. Wir wussten uns in der Vergangenheit zu verteidigen und werden es auch in Zukunft wissen.


Hamas-Sprecher im Gazastreifen haben gesagt, sie seien an Kontakten zu Israel interessiert. Wird Israel darauf eingehen?


Shir-On: Diese Entscheidung muss die israelische Regierung fällen. Momentan ist die Situation auch innerhalb des palästinensischen Lagers völlig offen.

 


Sie sagen nicht kategorisch Nein?


Shir-On: Das haben wir nie getan, wir bestehen aber darauf, dass Hamas Israel vorher anerkennt und die anderen Forderungen akzeptiert, die auch die internationale Gemeinschaft an Hamas richtet, wie etwa den Gewaltverzicht.


Wird Israel nun die Kontakte mit Abbas intensivieren, um im Westjordanland eine Entwicklung wie im Gazastreifen zu verhindern?


Shir-On: Wir haben immer Kontakte zu Machmud Abbas gepflegt. Israel ist daran interessiert, mit Moderaten unter den Palästinensern und anderswo in der arabischen Welt zu sprechen.


Israel hat in den letzten Jahren zwar immer wieder mit Präsident Abbas gesprochen, ihm aber nie Konzessionen gemacht. Das hat ihn intern enorm geschwächt.


Shir-On: Natürlich kann man immer wieder behaupten, dass Israel mehr hätte tun können. Aber die Qassam-Raketen aus dem Gazastreifen hörten nicht auf, in Israel zu landen. Das ist kein Ausgangspunkt für Konzessionen. Wir hielten die Kontakte zu Abbas dennoch aufrecht und forderten einen Gewaltverzicht. Das geschah bislang nicht, und jetzt könnte es noch schlimmer werden.

 

Hinweis

 

* Aviv Shir-On (55) war zwischen 2003 und 2006 Botschafter Israels in Bern. Heute leitet er die Informationsabteilung des israelischen Aussenministeriums in Jerusalem.

 

4 Kommentare 16.6.07 11:24, kommentieren

Die Palästinenser bringen sich gegenseitig um zum Leidwesen der Zivilbevölkerung –

sie ist auf Hilfsgüter von aussen und auf Israel angewiesen

 

 

Eine erste Gruppe von Schwerverletzen wurde heute in israelische Krankenhäuser überführt

 

Wie das IKRK heute mitteilte, wurden sechs Schwerverletzte aus Gaza in israelische Krankenhäuser überführt, da man ihre Verletzungen nicht in Gaza behandeln konnte. Das IKRK schätzt, dass 50 weitere Personen in nächster Zukunft zur Behandlung nach Israel überführt werden müssen. Man ist auch dabei, mit den israelischen und den palästinensischen Behörden die Überführung von Schwerkranken auszuhandeln, wie zum Beispiel Nierenkranke oder Krebspatienten, die einer Behandlung ausserhalb Gazas bedürfen.

 

Gemäss den Zahlen, die dem IKRK am Sonntag von Krankenhäusern und anderen Notfalldiensten übergeben wurden, sind während der Auseinandersetzungen in Gaza in der letzten Woche etwa 130 Menschen getötet und 630 verletzt worden. Etwa 500 wurden in Krankenhäusern behandelt. Seit Ende der schlimmsten Kämpfe sind jeweils 5 bis 10 Leute pro Tag, die sich vorher versteckt hatten, ins Krankenhaus gegangen, um sich behandeln zu lassen.

 

Gazas Krankenhäuser brauchen dringend Hilfe

 

"Zusätzlich zum Stress durch die Menge an Patenten in den letzten Tagen und den langen Arbeitszeiten ist das Krankenhauspersonal immer mehr frustriert über den Zusammenbruch der medizinischen Versorgung. Da die Gelder für die Palästinenserregierung zurückgehalten wurden, konnten im letzen Jahr auch die medizinischen Geräte weder unterhalten noch ersetzt werden", sagt Eileen Daly die Gesundheitskoordinatorin des IKRK für die West Bank und Gaza. "Wir werden Operationskittel und Tücher einführen. Viele Waschmaschinen und Boiler sind kaputt – es fehlt an sterilem Material. Wir haben einigen Krankenhäusern sogar ein paar Haushalt Waschmaschinen zur Verfügung gestellt als kurzfristigen Ersatz für die kaputten Geräte."

 

Um der Krise zu begegnen, hat das IKRK den Krankenhäusern in Gaza medizinische Ausrüstung und Mittel zur gesundheitlichen Versorgung zur Verfügung gestellt. Alle Zugänge nach Gaza von Israel aus bleiben gesperrt. Dennoch hat man heute Nachmittag ein IKRK-Fahrzeug mit Anästhetika, Medikamenten und Schmerzmitteln nach Gaza eingelassen. Das IKRK schickt ausserdem 250 Flaschen voll Halothan-Gas nach Gaza, das für die Anästhesie verwendet wird.

 

In den letzten Tagen hat man die Krankenhäuser in Gaza bereits mit einer Auswahl an wichtigen Medikamenten und Ausrüstung ausgestattet, darunter Antibiotika und Anästhetika, Nähmaterial, Drainagen und Operationsmedikamente. Das IKRK organisiert ausserdem die Ausstattung mit zusätzlichen Operations-Sets, die spezielle Instrumente und dringend nötiges Material enthalten, wie zum externe Fixierer. Um den Patienten zu helfen, hat das IKRK zudem zwei Krankenhäuser mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln versorgt.

 

Quelle: IKRK Genf, 19. Juni 2007

 

Die einzige Hilfe, die in Gaza der Bevölkerung wirklich Zugute kommt, scheint die direkte Abgabe von Medikamenten und medizinischem Material an die Krankenhäuser zu sein. Leider investiert hingegen die Palästinenserregierung lieber in Waffen, als in das Überleben der eigenen Landsleute. Zum Glück ist Israel immer noch und immer wieder bereit, - trotz allen schlechten Erfahrungen mit Selbstmordattentätern und Kassam-Raketen - Menschen in Not aus Palästina aufzunehmen und in den eigenen Krankenhäusern nach bestem Wissen und Gewissen zu behandeln.

4 Kommentare 19.6.07 17:19, kommentieren

Die Lage der Christen in Gaza

MYTHOS #268

 

"Die Übernahme der Gaza-Posten ist keine Bedrohung für Christen."

 

FAKT

 

Am 14. Juni 2007 wurden die Schule der Rosenkranzschwestern und die lateinische Kirche im Gaza Streifen geplündert, verbrannt und ausgeraubt durch Hamas Kämpfer,  die raktengetriebende Granaten verwendeten, um die Gebäude zu stürmen. Vater Manuel Musalam, Leiter der lateinischen Gemeinschaft in Gaza, drückte seine Wut darüber aus, dass Bibelausgaben verbrannt, Kreuze zerstört und Computer sowie andere Ausrüstungsgegenstände gestohlen wurden (Jerusalem Post; AP, vom 19. Juni, 2007).

 

“Ich erwarte von  unseren christlichen Nachbarn Verständnis dafür, dass die neue Hamas-Führung echte Veränderungen mit sich bringt. Sie müssen bereit sein für die islamische Führung, wenn sie in Frieden in Gaza leben wollen,” sagte Scheich Abu Saqer, Anführer der Jihadia Salafiya, einer weiterführenden islamischen Bewegung, die kürzlich die Gründung eines „militärischen Flügels“ ankündigte, um das muslimische Gesetz  in Gaza zu stärken. Er sagte, die Anwendung des islamischen Gesetzes beinhalte ein Alkoholverbot und eine Verfügung, dass Frauen sich in der Öffentlichkeit jederzeit verhüllen müssen (WorldNetDaily, 19. Juni 2007).

 

Israel-Kritiker die ihre Besorgnis für die Christen ausdrückten, wie der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter und der Kolumnist Robert Novak, ignorieren konsequent die anhaltende Diskriminierung und den Missbrauch an den Christen durch die Muslime im ganzen Nahen Osten, ganz speziell durch die palästinensischen Muslime. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie wieder einmal still sind, während Christen im Gaza Streifen angegriffen werden und die Hamas anfängt, ihre extremen islamischen Ansichten bei allen Leuten, sie unter ihrer Kontrolle leben, durchzusetzen.

 

Die Lage der Christen in diesen Gebieten, speziell in Gaza, war schon immer prekär, worin der Grund liegt, warum die meisten aus dem Palästinensergebiet geflohen sind. In Gaza leben nur etwa 2000 Christen unter über einer Million Muslime und die suchen jetzt Schutz durch die international Gemeinschaft. Viele planen, das Land zu verlassen.

 

Diesen Artikel finden sie in englisch unter: http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/myths2/exclusives.html#a74

 

Mitchell Bards Blog: http://blogs.britannica.com/blog/main/author/mbard

 

Quelle: Myths & Facts Online -- A Guide to the Arab-Israeli Conflict von Mitchell G. Bard.

2 Kommentare 20.6.07 15:13, kommentieren